Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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heftiger Streit ging darin vor. Als er ausgekämpft war, äußerte er:

Es gibt wohl keinen Menſchen, welcher in Un⸗ kunde von dem, was Liebe iſt, bliebe. Bei einem CTheil der Menſchen ſcheint es jedoch, als ſollten ſie nur mit deren Sorgen und Entſagungen Bekannt⸗ ſchaft machen. Man kann bis zur Abgötterei lieben, aber Ehre und Pflicht können ſich gegen dieſe Liebe erheben, und es iſt nur der Schmerz, den man davon trägt.

Können Pflicht und Begriff von Ehre das Herz beſiegen? fragte Eſtelle.

Madame, dieſe Frage wird Ihnen am beſten Ihr eigenes Innere beantworten. Reue iſt wohl das bitterſte Leid, das wir erfahren können, und es gibt wohl nur Wenige, welche den Gewinn des Glücks mit dem Frieden ihres Gewiſſens erkaufen möchten.

Es kann nur Eines von Beiden ſtattfinden, entweder verſtehe ich nicht, was Liebe iſt, oder ver⸗ ſtehen Sie es nicht, denn unſere Auffaſſung davon iſt allzu verſchieden. Wenn man liebt, vergißt man alles Andere,

4 ,Sie ſprechen von der Leidenſchaft, nicht von der iebe.

Dieſe Definition verſtehe ich nicht. Haben Sie geliebt? Wiſſen Sie, was Liebe iſt, da Sie ſo bheeched wie Sie jezt thun? fragte Eſtelle und ſah ihn an.

Ja, Madame, heute weiß ich es, geſtern noch verſtand ich nur die Gewalt der Leidenſchaft. Wilhelm ſagte dieß mit ſo ernſter Miene, daß