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gen Mann gerichtet, aber ſie hörte an ſeiner Stimme, daß ihr Einfluß ſich wieder bei ihm geltend machte.
„Bedarf es wirklich eines andern Namens, als Wohlwollen?“ fragte Eſtelle.„Meine Theilnahme hat allerdings ein anderes Gepräge, als bei andern Menſchen, denn ich fühle nicht ſo wie ſie; aber dieß verändert die Natur davon nicht. Bei mir findet ſich nicht die geiſtige Erlahmung in Gefühlen, Ge⸗ danken und Eindrücken, welche die Ihrigen kenn⸗ zeichnet. Wenn ich Theilnahme ſchenke, ſo geſchieht dieß von ganzer Seele, und ſollte ich einmal meine
Liebe verſchenken, dann....“ Eſtelle fuhr mit der Hand über die Stirne und ſchwieg.
„Dann!“ rief Wilhelm mit erregter Stimme.
„Ach, mein Herr!“ rief Eſtelle und ſchüttelte ihr ſchönes Haupt;„Ihnen werde ich nicht ſagen, wie
ich dann handeln werde. Nein, das gehört nur für
den Mann, welcher liebt und von mir geliebt wird.“
„Und dieſer Mann müßte ein Gott ſein, um
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ſein Glück zu verdienen,“ fiel Wilhelm ein, beherrſcht
von dem Augenblick.
„Sie wiſſen, daß ich große Anſprüche mache,“ fuhr Eſtelle fort, ohne das, was er geſagt hatte, zu beobachten,„und der, welcher mein Herz gewinnt,
muß in ſeinem Innern reicher ſein, als andere
Männer. Freilich werde ich niemals in der Wirk⸗ lichkeit das Gegenbild finden, wovon ich geträumt habe, und vielleicht ſterben, ohne zu lernen, was Liebe iſt.“
Es trat eine Pauſe von einigen Secunden ein. Wilhelms Bruſt hob ſich unruhig. Ein kurzer und


