Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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* dieſe Unterredung bewilligt, und darin liegt ja nichts Böſes, wenn Ihr Begehren durch meine Worte her⸗

vorgerufen wurde.

Eſtelle reichte ihm die Hand und ſezte lachend

hinzu:ich ſchenke Ihnen ſomit meine Vergebung für das, was Sie zu ſagen beabſichtigten, und danke

Ihnen dafür, daß Sie mir es zu thun erſparten, nachdem Sie etwas geſagt hätten, was Sie ſchon gedacht zu haben bereuten.

Wilhelm faßte die kleine Hand und küßte, ſie, indem er mit Anſtrengung weiter redete:

In dieſem Augenblick, Madame, danke ich mei⸗

nem guten Engel, welcher mich vor der Unbedacht⸗

ſamkeit gerettet hat, Ihre Achtung und Freundſchaft

auf's Spiel zu ſezen.

Freundſchaft! wiederholte Eſtelle und zog ihre Hand zurück. Ihr dunkles Auge wurde noch dunk⸗ ler und ſie warf den Kopf mit einer ſtolzen Bewe⸗ gung zurück.

5Wer hat geſagt, daß ich Freundſchaft für Sie ege?

Ihre Güte, Madame, fiel Wilhelm lebhaft ein.

Dann hat dieſe Sie irre geleitet. Ich habe niemals Freundſchaft für ein lebendiges Weſen ge⸗ fühlt, denn die Freundſchaft iſt das Alter des Her⸗ zens. Das Meinige iſt noch zu jung, um ergraute Eindrücke zu hegen.

Wie ſoll ich dann das Wohlwollen benennen, welches Sie mir zu Theil werden ließen? ſagte Wilhelm und fühlte ſich wieder von der Macht er⸗ griffen, welche Eſtelle über ihn ausübte.

Eſtelle hatte ihren Blick nicht mehr auf den jun⸗