Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Wort führt, dann verleugnet der Menſch ſehr oft ſowohl Vernunft als Ehre. Möglich, ich habe jedoch von einem großen Denker Etwas geleſen, was ſich hier anwenden läßt, nämlich daß ein lebhaftes und heftiges Gefühl nur voon einem tiefern und ſtärkern beherrſcht oder un⸗ terdrückt werden kann. Mein Sieg beruht ganz und gar auf dieſer Wahrheit. Hoffen Sie, die kalte Achtung vor den Pflich⸗ ten, welche Madame d'Eſtrier gegen ihren Mann hat, werde auf einen einundzwanzigjährigen, excentriſchen Mann die Wirkung ausüben, daß er dafür Gefühle, wie Ihre Schwägerin erweckt, aufopfert?

Wer ſpricht von Achtung? Ich mindeſtens nicht, aber laſſen wir das. Später gebe ich Ihnen vielleicht einmal den Namen des Amulets an, wel⸗ ches jezt Ihren Freund beſchüzt, aber nicht in dieſem Augenblick, und darum laſſen Sie uns von etwas Anderem reden.

XXXIII.

Als Eſtelle und Wilhelm allein waren, begann er gegen die junge Frau mit ernſter Stimme:

Madame, als ich geſtern dringend um dieſe Unterredung bat, befanden ſich meine Gefühle in einem ſo heftigen Aufruhr, daß ich nicht deutlich wußte, was ich that. Nacht und Ueberlegung haben ihre kühlende Hand auf mein Herz gelegt, und ich muß jezt um Vergebung für das bitten, was ich verbrochen