daß ſehr ernſte Dinge zur Verhandlung kommen
würden, ſo dachte er:„Will ſie wieder als Wäch⸗ terin von Eſtelle's Herzen auftreten? In dieſem Fall iſt es zu ſpät, und Nichts kann mich beſtimmen, von dem abzuſtehen, was ich bereits mein eigen nenne, nicht einmal Lucie.“
Nach dieſer Wendung in Wilhelms Gedanken,
machte er ſich auf einige Redensarten gefaßt, wie: es müſſe ihm ſonderbar vorkommen u. ſ. w., u. ſ. w.
daß Lucie eine ſolche Zuſammenkunft gewünſcht hätte; aber er täuſchte ſich. Von Allem, was er zu
hören geglaubt hatte, erfolgte nicht ein einziges
Wort. Das Erſte, was Lucie äußerte, war von ſolcher Natur, daß Wilhelm eine lange Weile wie ver⸗ ſteinert daſtand. Dann hörte er auf die Fortſetzung mit einem Gefühle ſo tiefer Bewunderung, daß er ſich ihr gern zu Füßen geworfen und Alles, was er empfand, geſagt hätte, wäre er nicht durchEhrer⸗ bietung an ſeine Stelle gefeſſelt worden.
Eine Stunde hernach kehrte Wilhelm in ſein Zimmer zurück. Sein lebhaftes und energiſches Angeſicht verrieth dſe Spuren ſtarker Gemüthsbe⸗ wegung. Um die ſonſt lächelnden Lippen ſpielte ein Zug von Wehmuth. 3
XXXII.
Beim Frühſtück waren alle verſammelt. Der Graf, ſchweigſam und theilnahmlos wie gewöhnlich, Eſtelle lächelnd und bezaubernder als je, Saint Sue zum Scherz aufgelegt und unverbeſſerlich.


