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ſcheinlich hatte ihn Lucie aus dieſem Grunde zum Ort der Zuſammenkunft gewählt. Man gelangte dahin durch eine Gallerie, welche gleichfalls nicht viel betreten wurde.
Als Wilhelm auf dem Balkon erſchien, fand er Lucie ſchon daſelbſt. Sie war ungewohnlich bleich, aber ihr ganzes Aeußere zeugte von einer Ruhe, wie nur ein feſter Entſchluß ſie dem Menſchen ver⸗ leiht, welcher fühlt, daß die Motive, welche ihm zu Grunde liegen, gut und edel ſind.
Ihr Lächeln war mild und ernſt, als ſie den Baron begrüßte, und er erkannte ſogleich, daß, was auch zwiſchen ihnen zur Sprache kommen möchte, der Gegenſtand nicht von einer Beſchaffenheit wäre, um ſeinem Eigendünkel zu ſchmeicheln.
Wilhelm war, wie der Leſer genugſam bemerkt hat, kein Heiliger, und darum hatte er mit einem hohen Grade von Neugierde und unter allerlei eigen⸗ liebigen Hoffnungen ſich an den Ort des Stelldich⸗ eins begeben. Lucie war Franzöſin.— Nun wohl, Wilhelm hatte viel von ihnen geleſen, was ihn auf den Glauben brachte, er werde nun Gelegenheit erhalten, ſich von der Wahrheit deſſen, was er geleſen, ſich durch die Erfahrung zu überzeugen. Das Gerücht iſt, wie ein Schriftſteller ſehr wahr bemerkt, nur da, um das Urtheil irre zu leiten, und dieß ſollte Wilhelm auch bei ſeinem Geſpräche mit Lucie zur Erkenntniß kommen. Die junge Franzöſin ſollte ihm ein Beiſpiel von ſo viel Seelenadel und Erhaben⸗ heit der Geſinnung geben, daß er einſehen mußte, wie kleinlich er in dieſer Beziehung vor ihr ſtand.
Da Wilhelms erſter Blick auf Lucie ihm ſagte,


