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Das Billet lautete:
„Lucie d'Outrouville wünſcht mit dem Baron Stjernkrona morgen in aller Frühe, ehe es noch in Mazulip lebendig geworden iſt, zu ſprechen. Sie erwartet ihn auf dem Balkon zur Linken.“
„Empfiehl' mich dem Fräulein und melde, daß
ich dem Rufe Folge leiſten werde,“ ſagte Wilhelm⸗ Als unſer Held allein war, warf er ſich auf f
einen Divan, und die verſchiedenartigſten Gedanken und Empfindungen erfüllten ſeine Seele.
Eine Minute ſchlug das Herz in ſtürmiſchem Entzücken bei der Vorſtellung von der bevorſtehenden. Zuſammenkunft mit Eſtelle; die andere bemächtigte ſich ein eigenthümlich ſüßes, ernſtes und beinahe heiliges Gefühl ſeines Herzens bei der Erinnerung an Lucie und des Stelldichein, das ſie von ihm be⸗ gehrte. Eine reine, wahrhafte Freude regte ſich dann in ſeinem Innern. Es kam ihm vor, als ob ſie ſeinem Herzen unbeſchreiblich theuer wäre, aber im nächſten Augenblick verſchwand wiederum der Gedanke an dieſelbe, und Eſtelle beherrſchte von Neuem ſeine Phantaſie.
Nachdem Wilhelm geraume Zeit ſich den un⸗ gleichen Eindrücken, welche dieſe beiden ſo verſchie⸗ denen Frauen auf ihn ausübten, überlaſſen hatte, ſchüttelte er den ſchönen Kopf, um ſich von dieſem Gaukelſpiel, an welchem Gefübl und Phantaſie ſich ergötzten, zu befreien. 1
„Bei Gott, iſt es mir nicht, als ob ich ſie beide liebte!“ ſprach er bei ſich ſelbſt,„obwohl auf ver⸗ ſchiedene Weiſe.“ 172


