Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Madame, Sie ſind heute ſehr ſtreng geweſen.

Ich! flüſterte Eſtelle, indem ſie ihn mit einem bezaubernden Lächeln anſah.

Ja, Sie haben den Stab über mich gebrochen, und dennoch wie ungerecht! Wann und wie werde ich Gelegenheit finden, Ihnen zu beweiſen, daß Sie mir Unrecht gethan haben? 4

Eſtelle blickte ihn ſchweigend an.

Wilhelms Phantaſie, durch das Geſpräch auf⸗ geregt, flößte ihm Kühnheit an. Eſtelle hatte mit ihren ebenſo ſtolzen, als glühenden Worten ſeine

Gefühle ſo ſehr geſteigert, daß er in dieſem Augenblick

nur Eines klar vor ſich ſah, nämlich die Nothwen⸗ digkeit, ihr um jeden Preis zu zeigen, daß er den Muth zu lieben hatte, den ſie forderte.

Schenken Sie mir nur einen Augenblick, ſo kurz, ſo flüchtig er auch ſein mag, nur damit es ein einziges Mal in meinem Leben mir geſtattet aus der Tiefe meines Herzens mit Ihnen zu reden.

Und wenn ich Ihre Bitte bewilligte, was weiter? Sie iſt ja nur durch meine Worte her⸗ vorgerufen und ganz und gar nicht aus Ihrem eigenen Herzen entſprungen.

Ah, Madame, Sie denken nicht ſo! Sie wiſ⸗ ſen das Gegentheil. Ihre Worte haben mir nur den Muth eingegeben, mit einer Bitte vorzutreten, die ich früher nicht zu ſtellen mich erkühnte.

Und was lag in meinen Worten, das....

Eſtelle, der junge Herr H. ſpricht mit Dir, ſagte Lucie, zu ihnen tretend.

Schwartz, Wilhelm Stijernkrona. I. 17