Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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wie Du eben thuſt. Wir lieben nicht wie Engel, ſondern wie Menſchen, und ich, ich werde es einmal thun als Menſch und als Frau, das heißt, ich werde meine Liebe als Etwas betrachten, das ich niemals verſchenke, ſondern nur austauſche.

Dann biſt Du alſo Kaufmann in der Auffaͤſſung Deines ſchönſten Gefühles, meinte Lucie.

Mag ſein, das beweist blos, daß ich den Werth von dem, was mein Herz birgt, kenne. Liebte ich auch einen Mann bis zur Abgötterei, und er wollte Nichts thun, um mich von ſeiner Liebe zu überzeugen, ſo würde ich ſein Bild als eine meiner unwürdige Schwachheit aus dem Herzen reißen.

Aber wenn dieſer Mann Dich nicht liebte?

Sollte der Mann, den ich liebe, mich nicht lieben? fragte Eſtelle, indem ſie Lucie anſah.

Das wäre ebenſo unmöglich, als Weſtindiens Sonne verhindern, zu brennen, fiel Wilhelm mit einer Stimme ein, welche nur allzu deutlich verrieth, was er dachte und fühlte.

Graf d'Eſtrier geſellte ſich jezt den Sprechenden bei und brachte ein paar Gäſte, einen Plantagen⸗ beſitzer und deſſen Sohn, welche ſeine Nachbarn waren, mit.

Die Unterhaltung wurde jezt allgemeiner, und die beiden Fremden, Engländer von Geburt, leiteten ſie auf das Gebiet der Politik hinüber.

Eſtelle nahm wenig oder keinen Theil daran.

Während des Soupers äußerte Wilhelm, welcher, auf den Arm des Marquis geſtüzt, dieſen Abend zum erſten Mal im Speiſeſaal erſchien, gegen Eſtelle, als ſie ihm vorlegte: