Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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wind geſchwellten Klüver drehte, gleich einem großen Nachtvogel in aller Stille ſeine Schwingen ausbrei⸗ tete und ohne ſcheinbare Bewegung derſelben in der Nacht dahinſchwebte und verſchwand, ſo daß zulezt nur noch die zwei Laternen ſichtbar blieben, deren Schimmer gleichfalls mit zunehmender Entfernung endlich erloſch.

Während dieſer ganzen Scene waren Eſtelle und Lucie ſchweigend dageſtanden, beide in die verſchie⸗ denartigen Gedanken, welche ihr Inneres erfüllten, verſunken.

Troz mehrfacher Mahnungen von dem Herrn in dem braunen Rock, welcher verſicherte, daß die Da⸗ men ſich einer Erkältung ausſezen würden, verweil⸗ ten ſie ſo lang, als ſie mit dem Blicke den ver⸗ ſchwindenden Laternen folgen konnten.

„Heilige Mutter Gottes, wache über Frankreichs Ehre!“ flüſterte Lucie in der Stille.

„Madonna, beſchüze den ſchönen Fremdling!“ war Eſtelle's ſtummes Gebet.

VII.

Im Hotel Outrouville zu Breſt, welches der Graf d'Eſtrier bewohnte, finden wir in der oben erwähn⸗ ten Nacht, als das Geſchwader unter Segel gegan⸗ gen war, Eſtelle und Lucie in einem kleinen Boudoir.

Sie waren eben von ihrem nächtlichen Ausflug

beimgekehrt.

„Eſtelle hatte das Promenadekoſtüme gegen einen leichten Abendanzug vertauſcht— und nunmehr,