Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Intereſſe büßen ließ, das er Ihnen auf einem Ball abgewann.“

„Sie mißgönnen alſo Eſtelle das Wohlgefallen an einer angenehmen Converſation?“ fiel Lucie ein.

„Nein, mein Fräulein, es wäre denn, daß die⸗ ſes Wohlgefallen durch einen Andernz als mich her⸗ vorgerufen wird.“

„Sie ſind unerträglich!“ rief Eſtelle, indem ſie eine ungeduldige Bewegung mit den Schultern machte.„Sie plagen mich, und ich wünſche, daß Sie uns eine Weile in Ruhe laſſen. Wenn der junge Schwede im höchſten Grade die Fähigkeit an⸗ genehm zu ſein, beſaß, ſo haben Sie ein ganz ent⸗ gegengeſeztes Talent.“

„Nehmen Sie ſich in Acht, Madame,“ flüſterte der Kavalier leiſe Eſtelle zu.„Jedes Wort des Lobs, das Sie an ihn verſchwenden, kann....“

„Drohen iſt gefährlich, mein Herr; man wird ſehr oft ſelbſt von der Drohung getroffen.“

Was lag für ein eigenthümlicher Accent in die⸗ ſer Stimme, welcher bewirkte, daß dieſe Worte einen unheilverkündenden Anſtrich erhielten? Wir wiſſen es nicht. Aber es kam Lucie vor, als ob die Stimme ihrer Schwägerin von unterdrücktem Zorn bebte.

Lucie richtete Eſtelle's Aufmerkſamkeit auf das Geheimnißvolle des in Dunkel gehüllten Gemäldes vor ihnen und lenkte damit das Geſpräch von dem Gebiete der Perſönlichkeiten ab.

Eſtelle warf ſich im Augenblick auf dieſen neuen Gegenſtand. Mit einer gewiſſen glühenden Beredt⸗ ſamkeit ſprach ſie von dem Eindruck des Ganzen. Lucie lauſchte ihren Worten, während ſie gleichzei⸗