Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
Einzelbild herunterladen

45

Kind, und wenn Sie ſo fortfahren, wie Sie ange⸗ fangen haben, ſo werden Sie ein Spielball des Schickſals bleiben, anſtatt, wie es dem Mann ge⸗ ziemt, daſſelbe zu beherrſchen. Glauben Sie wirklich, daß es angenehm wäre, wenn ein Degenſtich von dem dummen Herzog Sie außer Stand ſezte, dem Geſchwader ſich anzuſchließen?“

„Daran habe ich nicht gedacht, und wenn es auch geſchehen wäre, ſo...“

„So hätte das Sie nicht abhalten können, ſich zu ſchlagen, meinen Sie. Das heißt ja, ſich zum Sclaven des Zufalls machen. Nein, Sie ſollen wie ich das Ruder faſſen und das Fahrzeug Ihres Schickſals ſelbſt ſteuern, ſonſt werden Sie auf des Lebens ſtürmiſchem Ocean untergehen. So habe ich zum Beiſpiel beſchloſſen, daß wir an der Duellklippe vorüberſegeln, und zwar, ohne daß unſere Ehre dabei im Mindeſten zu Schaden kommen ſoll. Mit kurzen Worten, der Herzog ſoll genöthigt werden, für ſeine erſte Leidenſchaft die zweite aufzuopfern, und im vor⸗ liegenden Fall hat der Thor vergeſſen, daß es noch Figuren gleich mir und Ihnen gibt.“

„Ich verſtehe Sie nicht.“

„Das iſt auch überflüſſig. Madame d'Eſtrier wird vielleicht das Räthſel erklären, wo nicht, ſo...“

Der Marquis wurde durch einen Domeſtiken un⸗ terbrochen, welcher mit einem kleinen roſenfarbenen Billet auf einem Präſentirteller eintrat. Er über⸗ reichte dasſelbe Wilhelm.

Als der Diener ſich wieder entfernt hatte, rief Saint Sue:

„Was habe ich geſagt? Ich will meine Chre