Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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V.

Der Ball war zu Ende. Wilhelm hatte ſeine Wohnung wieder aufgeſucht. Vergeblich bemühte er ſich, ſeine Gedanken zu ſammeln. Zwei Bilder ſchwebten unaufhörlich vor ſeiner Seele, das von Lucie und das von Eſtelle. So ſehr er auch ſeinen Gedanken eine beſtimmte Richtung zu geben ſuchte, immer war es ihm, als ob zwei ſchwarze Augen ihn anſchauten und ſeinen Verſtand gleichſam in Nebel hüllten, während ſeine Pulſe heftiger ſchlugen. Wollte er dann das faſt berauſchende Gefühl, welches ſeiner Seele ſich bemächtigt hatte, verjagen, ſo glaubte er wieder Luciens klare, blaue Augen mit einem ruhi⸗ gen, milden und lächelnden Ausdruck auf ſich ge⸗ richtet zu ſehen. Ganz unbewußt ſtreckte er ſeine Arme nach dem holden Bilde aus; aber da ſtahl ſich wieder Eſtelle's feuriges Angeſicht zwiſchen ſie und ihn.

Unter dieſem Spiel der Phantaſie floh der Schlaf ſeine Augen, und der Morgen fand ihn noch wachend. Das Erſte, deſſen er ſich erinnerte, war der bevor⸗ ſtehende Zweikampf.

Er hatte eben ſeine Toilette vollendet, als der Marquis Saint Sue bei ihm eintrat.

„Sie haben ja eine Ausforderung erhalten?“ be⸗ merkte derſelbe.

„Woher wiſſen Sie das?“

„Ich habe des Herzogs freundliche Aeußerung gegen Sie mit angehört. Der Burſche iſt ſo dumm, daß er verdiente, ausgebälgt und in einem zoolo⸗