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in Frankreich kam man ihr mit excentriſcher Huldi⸗ gung entgegen, und ein Hof von Bewunderern ſam⸗ melte ſich um ſie, ſo daß die Triumphe, welche ſie erndtete, ihre kühnſten Träume überſtiegen.
Eſtelle hatte niemals ſich die Möglichkeit gedacht, an etwas Anderem, als an den Opfern des Weih⸗ rauchs, der auf dem Altar ihrer Citelkeit angezündet wurde, Wohlgefallen zu finden. Sie hatte ſich daran gewöhnt, die Männer als Spielzeug für ihre bizarren Launen zu betrachten, und es kam ihr niemals in den Sinn, daß ſie etwas Anderes, als die Sclaven der Frau ſeien. Eſtelle hatte die geiſtreichſten Män⸗ ner ihr die albernſten Dinge ſagen hören; ſie hatte die mächtigſten Standesperſonen wie Schulknaben behandelt und in Folge davon eine ſehr niedrige Vorſtellung von der Stärke, der Seelengröße und Ueberlegenheit des Mannes gefaßt. Vor ihr waren Genies, Helden und Staatsmänner lauter arme Wichte geweſen, welche ſie, im Fall es ihr beliebte, um ihren Finger hätte wickeln können.
Eſtelle war nicht ehrgeizig, ſie war eitel, und darum benüßzte ſie ihre Macht nur dazu, Sclaven zu gewinnen, welche an ihrem Triumphwagen zogen. Bisher war ihr Intereſſe nur ganz vorübergehend durch ihre Bewunderer geweckt worden. Madame d'Eſtrier hatte keinem von ihnen einen Vorzug ein⸗ geräumt. Auf die gefühlloſeſte Weiſe von der Welt ſpielte ſie mit den Herzen, welche ſie in Flammen geſezt hatte.
Wilhelms äußere Erſcheinung frappirte ſie, wie es ſchon bei manchen anderen Männern vor ihm ge⸗


