Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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CEhrenvolle, die Weſtindier für das Luſtgewährende aufgeopfert, ſo haben alle zuſammen doch nichts An⸗ deres gethan, als ihr Daſein, wenn auch auf ver⸗ ſchiede Weiſe, zu genießen geſucht.“

„Aber, Madame, dieſe Genüſſe ſind gleichwohl mehr oder minder edel. Derjenige, welcher ein hohes Ziel verfolgt, muß höher ſtehen, als wer nur die Luſt des Augenblicks als Preis in Betracht zieht.“

„Allerdings, wir leben aber Alle in dem Augen⸗ blick und für denſelben.— Fern ſei es jedoch, den Genuß verkleinern zu wollen, welchen eine nützliche Thätigkeit gewährt; ich will blos ſagen, daß es nicht immer genügend iſt, das Verlangen nach Glückſelig⸗ keit, das in jeder Menſchenbruſt verborgen liegt, zu befriedigen. Unter dem Himmel, wo ich geboren bin, muß ein ſolches Verlangen unwillkürlich ſtärker werden, und dieß mag zur Entſchuldigung für das Leben weichlicher Genußſucht dienen, welches die Be⸗ wohner jener Landſtriche kennzeichnet. Alles iſt dazu geeignet, dieſen Fehler hervorzurufen.“

„Sie geben alſo zu, daß es ein Fehler iſt?“

„Weichlichkeit iſt allzeit ein Fehler, ſo wie die kalte Verachtung für die Freuden des Lebens eine angenommene Maske iſt. Selbſt wenn wir zu ent⸗ ſagen glauben, folgen wir nur dem Motive, welches in uns am ſtärkſten iſt.“

„Sie gelangen alſo zu dem Saze, daß wir nur um unſeres Genuſſes willen wirken und handeln. In dieſem Fall haben Sie den Menſchen ungemein tief geſtellt. Der Egoismus iſt alſo der Grundpfei⸗ ler, auf welchem all ſein Thun und Laſſen beruht.“

„Können Sie mir das Gegentheil beweiſen?“

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