Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Ihr Vermögen oder Ihr Leben mir zu eigen zu machen, ſo geſtattet doch die Zeit nicht, einen ſol⸗ chen Verſuch zu wagen. Wir ſegeln ja in einigen Tagen von Breſt ab, und gewiß iſt es bei Ihnen das lezte, bei mir das erſte und lezte Mal, daß wir Madame d'Eſtrier ſehen.

Mir ſchon recht.

Sie ſind früher mit ihr zuſammengetroffen?

Früher? Ich habe Ihnen ja geſagt, daß ich ſie verabſcheue. Aber was ſehe ich! Sie ſteuert gerade auf uns los.

Madame d'Eſtrier näherte ſich wirklich dem Orte, wo Wilhelm und der Marquis ſtanden; aber dieß geſchah nur, um ein paar Damen zu begrüßen, welche in deren Nähe ſaßen.

Wilhelm fand ſomit Gelegenheit, ſie genauer zu betrachten. Sie redete mit großer Lebhaftigkeit und lachte oft, und es kam Wilhelm vor, als ob ihr ganzes Weſen aus eitel Feuer und Flammen zu⸗ ſammengeſezt wäre.

Während ſie ſprach, warf ſie einen Blick nach dem Fenſter. Ein Lächeln feinen Spottes kräuſelte ihre Lippen, als ſie den Marquis gewahrte, welcher alsbald herbei eilte, um ſie und den Grafen zu be⸗ grüßen. Der Leztere glich mehr einem Automaten, als einem lebenden Menſchen.

Ah, Sie ſind es, Marquis, ſagte ſie.Ich dachte, Sie hätten ſich bereits eine Kugel vor die Stirne geſchoſſen.

Madame, ich habe es unſern Feinden überlaſ⸗ ſen, ſich damit zu beſchweren, antwortete der Mar⸗ quis und verbeugte ſich.