Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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Die großen, ſchwarzen, blitzenden Augen, mit ihrem blau⸗weißen Email; die feinen, ſcharfgezeichneten Augenbraunen, die perlweißen Zähne und der pur⸗ purrothe Mund mit ſeinen ſchwellenden Lippen, im Verein mit der gelblichen Hautfarbe, Alles deutete darauf hin, daß ihr Blut nicht ungemiſchten, euro⸗ päiſchen Urſprungs war, obſchon ihre ganze Toilette, das gepuderte Haar, die geſchmackvolle Robe, Alles der neuen franzöſiſchen Mode entſprach.

Ihre Haltung verrieth den feinen Anſtand, welchen eine Weltdame auszeichnet. Von Geſtalt war ſie weder zu klein noch zu groß, weder zu wohlbeleibt noch zu mager, ſondern beſaß jene Weichheit und Fülle der Formen, welche ausſchließlich der erſten Jugend vorbehalten iſt. Hals, Schultern, Arme, Hände waren ſo ſchön, daß ſie einen Künſtler in Entzücken verſetzen konnten. Sie trug das Haupt nicht mit ſteifer Würde, ſondern auf eine Art und Weiſe, als wollte ſie damit ſagen:

Geſteht, daß ich ſchön bin!

Selbſtgefühl und Bewußtſein ihrer Vorzüge lag in ihrer äußern Erſcheinung, dazu geſellte ſich ein gewiſſes Etwas, welches zu erkennen gab, daß ſie mit vollen Zügen, mit leidenſchaftlicher Luſt des Lebens, ihrer Jugend, ihrer Schönheit, und ihres Reichthums froh zu werden, ſich beſtrebte und nicht einer der Freuden, welche ihr zu Gebot ſtanden, zu entſagen geneigt war.

Ihr Anzug war geſchmackvoll und koſtbar. Hätte man gleichwohl Etwas daran ausſetzen wollen, ſo wäre es einzig der Umſtand geweſen, daß ſit vielleicht zu viel Juwelen trug, allein ſelbſt dieſer