Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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denn als Wilhelm ſeinem Vaterlande den Rücken kehrte, hatte er weder ſich ſelbſt verliebt, noch ſeines Wiſſens im Lager der Schönen irgend einen Schaden angerichtet.

Seine Seele war ſo ausſchließlich von der Liebe für den erwählten Beruf und die ihm damit ſich bietende Gelegenheit, die Welt, die verſchiedenen Völker, deren Sitten und Gebräuche zu ſehen, in An⸗ ſpruch genommen, daß darin kein Raum für irgend ein anderes Intereſſe uͤbrig blieb. Die reichen Schätze von Erfahrung, Kenntniß und Selbſtanſchauung, welche er zu ſammeln gedachte, verlockten und ent⸗ führten ihn nach unbekannten Regionen hinweg. Er konnte nicht verſtehen, warum er in weichlicher Un⸗ thätigkeit daheim verbleiben ſollte, wenn die Welt ihm offen ſtand. Er kannte ſich ſelbſt genugſam, um zu wiſſen, daß jenes Verlangen, das ihn be⸗ herrſchte, etwas weit Beſſeres als nur ein phanta⸗ ſtiſches Gelüſten nach romantiſchen Begebenheiten war.

Während eines Lebens, das einem an und für ſich abenteuerlichen Berufe geweiht war, ahnte der zwanzigjährige Jüngling, daß, was er jezt ſah und erfuhr, in Zukunft ihm zu unberechenbarem Nutzen gereichen wuͤrde. Genug, er ſezte ſein Leben aufs Spiel, um Leben dafür zu gewinnen. Er wünſchte Kenntniß und Weisheit aus der Quelle der Erfah⸗ rung zu ſchöpfen, aber er vergaß dabei, daß unſere Leidenſchaften mit unſerem höheren Streben Hand in Hand gehen, und daß ſie ſehr oft Galle in den Kelch träufeln laſſen, welchen unſere Wißbegier zu leeren wünſcht.