Teil eines Werkes 
Wilhelm Stjernkrona oder Ist des Menschen Charakter sein Schicksal? : 1. Band (1863) Ist des Menschen Charakter sein Schicksal?
Entstehung
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wie von Anmuth zeugte. Der Kopf, ſchön und wohlgeformt, war weder zu groß noch zu klein, ver⸗ rieth aber ungewöhnliche Geiſtesgaben und einen entſchloſſenen Charakter. Die lebhaften, tiefblauen Augen waren in beſtändiger Bewegung; ſie ſchienen Alles, was um ſie herum vorging, zu ſehen und in Acht zu nehmen.

Dies Alles gab, im Verein mit dem Lächeln auf den Lippen, ſeinem Geſicht ein eigenes Gepräge von Trotz und Wachſamkeit, worin ſich gewiſſermaßen ſein Temperament abſpiegelte.

Den Grundzug darin bildeten Frohſinn und eine bei allen Vorfallenheiten des Lebens ſich kundgebende ſchnelle Auffaſſungsgabe: Eigenſchaften, welche nicht einmal in Noth und Gefahr ihn verließen. Seine friſche Geſichtsfarbe, ſeine vollen Wangen und das Jugendliche in ſeinem ganzen Ausſehen paßten voll⸗ kommen zu dem Frohſinn, der aus ſeiner Miene redete.

Fügt man hierzu eine Naſe, welche allerdings untadelhaft und gerade war, aber an ihrer äußerſten Spitze eine impertinente, emporſtrebende Richtung annahm, gleichſam als ob ſie aller Welt Trotz bieten wollte, ſo läßt ſich mit Grund ſagen, daß er ein ſprechendes Aeußere hatte, im Fall das Angeſicht wirklich das Gepräge der Gedanken, welche in dem Hirngewölbe eingeſchloſſen, oder der Gefühle, welche in der Herzenskammer verborgen ſind, annimmt.

Die Stirne, hoch und rein, war von auffallend ſchönen, natürlich gelockten Haaren beſchattet und mit einem Paar bogenförmiger, dunkler Augenbraunen geſchmückt.

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