h Aller Mutter, der Erde, ſich flüchtet und mit Liebe
9
ſchmack junger Seeofficiere. Der Sinn für ein häus⸗ liches Leben und die damit verknüpften Gewohnheiten kommt erſt mit den Jahren,„wenn durch die Un⸗ ruhe der Wogen die Unruhe der Seele neutraliſirt iſt.“ Man findet, daß der Seemann, welcher in jüngeren Jahren gleich„dem jagenden Falken“ weit eerumgetrieben hat, in ſpäteren Tagen zu unſerer
zu dem greift, was er in der Jugend verſäumt hat. Dabei hält er jedoch, um mich ſo auszudrücken, noch immer den alten Strich und verräth jederzeit durch das Beharren bei Redensarten, welche an die liebe, nie vergeſſene See erinnern, weß Geiſtes Kind er an Leib und Seele iſt.
Ich hörte einmal einen ſolchen alten Seebären, welcher ſich auf ſeinem Landgute zur Ruhe geſetzt hatte, einem Knechte, welcher den Acker pflügte und dabei ſchiefe Furchen zog, zurufen:
So hole doch nicht ſo verteufelt die Backbordbraſſe an, Du gierſt dann weniger!“
Aber wir wollen deshalb die Jugend nicht an⸗ klagen, daß ſie den Reiz der Häuslichkeit nicht zu ſchätzen weiß! Es iſt ja ſo natürlich, wenn man bedenkt, daß eben die raſtloſe Unruhe in ihrem In⸗ nern auf die Wahl ihres Berufs einwirkt und ſie von dem häuslichen Herde abwendig macht. Der Frieden, welchen ſie mit ihrer ſtillen und unbemerkten Thätigkeit bietet, iſt nicht für ein Gemüth, wie das ihrige, welches in dem Kampfe mit der Gefahr und in dem Ringen mit den aufrühreriſchen Elementen ſeinen größten Genuß findet. Es liegt in dem Cha⸗ rakter des Seemanns ein eigenthümlicher Hang zu


