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kam er mit einem leichten, aber unheilbaren Hinken davon. Und auf dieſe Weiſe büßte die Amnee ihn ein.
Er heirathete Jacintha und Joſephine gab ihnen die Mittel, das Wirthshaus des verſtorbenen Byot zu überneh⸗ men. Jacintha glänzte als Wirthin und erwarb dem Hauſe zahlreiche Kunden. Dennoch aber zog es ſie fortwährend nach Beaurepaire. Ihr Lieblingsſpazirgang war nach der Küche des Schloſſes und bei allen Feſtivitäten und großartigen Ge⸗ legenheiten ſpielte ſie ſtolz herausgeputzt eine hervorragende Rolle als Vaſallin des Hauſes.
Der letzte Beweis von ihrem hausbackenen Scharfſinn, den ich die Ehre haben werde dem Leſer mitzutheilen, iſt eine Kritik ihres Mannes, welche ſie ſechs Jahre nach ihrer Ver⸗ heirathung von ſich gab.
„Mein Dard,“ ſagte ſie,„iſt ſo weit ganz gut. Für Dinge, die er ſelbſt gefühlt, hat er Einſicht. Wer mit leerem Magen voder zerſchlagenem Kopfe, oder blutend, oder braun und blau zu ihm kommt, der wird an ihm einen Freund fin⸗ den. Hat aber Einer Kummer oder ſonſt ein Leiden, ohne daß er zugleich ein Loch an ſeinem Körper aufweiſen kann, ſo thut er beſſer, wenn er zu mir kommt, denn dann könnte er ſein Leid einer ſteinernen Mauer eben ſo gut klagen als meinem
Manne.*
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Die Baronin führte ihren Sohn Raynal nach Paris und wählte ihm hier mit ſcharfumſichtigem Auge eine Frau. Dieſe erwies ſich als eine ganz vortreffliche und es konnte auch kaum anders ſeyn, denn die Baronin hatte mit dem ſtrengen Scharfſinn ihres Alters und Geſchlechtes ein paar Dutzend


