Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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Joſephine bückte ſich begierig, um den Knaben zu küſſen. Anſtatt aber dieſes zu thun, ſtieß ſie einen lauten Schrei aus. Es hing ein kleines Medaillon an ſeinem Halſe. Dieſes Me⸗ daillon enthielt Haare von Joſephinen und von Camill. Sie hatte es ihm in den glücklichen Tagen gegeben, welche auf ihre Vermälung folgten.

Sie blieb keuchend mitten in dem Zimmer ſtehen.

In dieſem Augenblick kam Frau Jouvenel herbeigeeilt. Joſephine fragte ſie mit wunderbarer Selbſtüberwindung ru⸗ hig und ſchlau:

»Wo iſt der Mann, der meinem Kinde dieſes Medaillon umgehängt hat? Ich wünſche mit ihm zu ſprechen.«

Frau Jouvenel ſtammelte und zeigte eine verlegene Miene.

»War es nicht ein Soldat Offizier? Kommen Sie ſagen Sie mir's!«

»Weib!* rief Laura,warum zögern Sie es iſt ja ihr Gatte.«

»Das dachte ich mir wohl, aber ich habe und wenn Mabame den armen Herrn nicht liebt

NRicht liebt!« rief Laura.Sie liebt ihn, wie noch nie ein Weib geliebt hat! Sie ſtirbt vor Sehnſucht nach ihm.*

Bei dieſen Worten Laura's öffnete ſich die Thür eines kleinen Hinterzimmers und da ſtand Camill mit dem Arm in der Schlinge, bleich und erſtaunt, während hohe Freude in ſeinen Zügen aufdämmerte.

Joſephine that einen lauten Schrei und im nächſten Augenblick ſchluchzten ſie Eines an des Andern Halſe.

Wer lieben will. 1V 13