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raſend herangeſprengt. Joſephine flog die Treppe hinab. Raynal vergaß bei ihrem Anblick lle ſeine ſonſtige Vorſicht. Er ſchwenkte ſeinen Hut in der Luft. Sie ſank auf die Knie nieder und dankte Gott.
„Gefangen! gegen zwei preußiſche Lieutenants ausge⸗ wechſelt— nach Hauſe geſchickt— man ſagt, er ſeh bereits in Frankreich.«
Die Freudenthränen rannen in Strömen aus Joſephi⸗ nens Augen.
Einige Tage vergingen in Hoffnung und unausſprechli⸗
cher Freude, aber der gute Doctor war beſorgt um Joſephi⸗ nen. Sie horchte, immer mit übernatürlicher Spannung und fuhr von ihrem Stuhle auf und jede Fiber ihres Körpers ſchien zu zittern. Auch Laura war nicht ohne ernſte Beſorgniſſe. Stand zu erwarten, daß Gatte und Gattin ſich jemals ſehen wür⸗ den? Er betrachtete ſie augenſcheinlich als Madame Ray⸗ nal, und machte es ſicherlich zu einem Ehrenpunkte, ſich von Beaurepaire entfernt zu halten.
Man nahm Zuflucht zu jenem ſtets beſchwichtigenden Einfluſſe— ihrem Kind. Dreimal wöchentlich fuhr ſie nach Frejus und kam allemal heiterer und ruhiger wieder zurück. Eines Tages begab ſie ſich mit Laura zu Fuße zu Frau Jou⸗ venel. Sie traten ohne weitere Umſtände in das Haus und fanden, daß die Amme ausgegangen war und Niemand bei dem Kinde wachte. „Wie nachläſſig!« rief Laura.


