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niedergebeugtes Weib! Ihr werdet nicht ſo grauſam ſeyn, meiner Verzweiflung zu ſpotten. Saget noch einmal, daß er vielleicht noch am Leben iſt— ich bitte Euch, ſagt es noch einmal.*
»Sein Weib? Dard, warum haſt Du mir das nicht ge⸗ ſagt? Ja meine ſchöne Dame, ich ſage es nochmals und will es beweiſen. Der Feind war in vollem Rückzuge begriffen— würde er ſich wohl mit dem Oberſten beſchwert haben? Wenn
dieſer todt geweſen wäre, ſo hätte man ihm die Cpauletten abgeriſſen und ihn liegen laſſen. Sie fragen, ob er noch am Leben ſeyn könne? Warum nicht? Sehen Sie doch mich an. Ich lebe auch noch und ich war ſchwerer verwundet als er. Man hielt mich auch für todt, wie Sie gehört haben. Muth, Muth, ſchöne Dame! Sie werden ihn wiederſehen— nehmen Sie das Wort eines alten Soldaten darauf. Dard, Achtung! Dies iſt die Gemalin des Oberſten.«
Sie ſtarrte den Sprecher an wie erſtarrt und betäubt.
Jedes Auge und jede Seele war ſo auf Sergent La Croir gerichtet geweſen, daß man erſt jetzt bemerkte, daß Raynal ſich entfernt hatte. Eine Stunde ſpäter kam er aus dem Stallhof heraus geritten und jagte in geſtrecktem Galopp die Straße hinab.
„Hal⸗ rief Laura mit plötzlich erwachender Hoffnung. »Er glaubt es auch! Er hat Hoffnung. Er reitet irgend wo⸗ hin, um Erkundigung einzuziehen. Vielleicht nach Paris.«
Joſephinens Aufregung und die Abwechslung von Hoff⸗ nung und Furcht ward jetzt beunruhigend. Laura faßte ihre Hand und bat ſie, möglichſt ruhig und gefaßt zu ſeyn, bis ſie Raynal wiederſehen würden.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kam er wieder wie


