„Habe ich Euch denn nicht geſagt, Sergent, daß der Oberſt ſich von ſeiner Wunde wieder ermannt habe und in die Batterie zurückgelangt ſeyn muß?“
„Das iſt eine Lüge, Dard, da kenne ich unſern Oberſten beſſer! Würde er wohl jemals die Fahne aus der Hand ge⸗ laſſen haben, wenn noch ein Funken Leben in ihm übrig geweſen wäre? Er ſtarb am Fuße der Batterie, ſage ich— warum hätte man ihn ſonſt nicht gefunden?“
Hier warf Jacintha ehrerbietig ein Wort mit ein.
„Ich habe,« ſagte ſie,„noch von Niemanden gehört, daß man die Leiche des Oberſten geſehen Kitte.“
„Man fand ihn nicht, weil man ihn nicht ſuchte,« ſagte der Sergent.
„Gott verzeihe Euch dieſes Wort, Sergent,“ ſagte Dard mit Wärme.»Wir hätten unſern Oberſten nicht geſucht? Wir wendeten jeden einzelnen Mann um, der dort lag— es wa⸗ ren ihrer nicht weniger als dreißig, und Ihr waret ſelbſt einer davon.*
„Blos dreißig! Wir haben ja da mehr Preußen den Garaus gemacht, darauf wollte ich ſchwören.*
„Das kann wohl ſeyn, aber ich begreife nicht, warum ſie unſern Oberſt hätten fortſchleppen ſollen. Seine Epauletten waren alles, was den Dieben etwas hätte nützen können.*
„Schweig, Dard, ich habe einen furchtbaren Verdacht. Rein, es iſt kein Verdacht— es iſt Gewißheit. Donner und tauſend⸗Teufel, begreifſt Du es denn nicht? Die Hunde von Preußen haben unſern Oberſten— ſie haben ihn gefangen ge⸗ nommen.“
„Ha, Gott ſegne ſie! Gott ſegne den Mund, der mir
dies ſagt! O lieber Freund, ich bin ſein Weib, ſein armes,


