Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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»Alſo, Ihr waret es, der die Fahne trug?« »Ja, ich waro mit der Brigadefahne in meiner Hand niedergeſtreckt,« rief La Croix..

»Nun ſeht doch, wie über Alles Lügen erzählt werden mir ſagte man, der Oberſt habe die Fahne getragen.« Das that er auch allerdings. Sie werden doch nicht

glauben, daß unſer Oberſt, der tapfere Oberſt, mich, ſo lange.

er lebte, die Fahne hätte tragen laſſen? Rein, er ward von einer preußiſchen Kugel getroffen und hatte gerade noch Zeit die Fahne mir einzuhändigen und mit dem Degen nach der Baſtion zu zeigen, dant ſtürzte er nieder. Es war ein heißes Stück Arbeit, das kann ich Ihnen ſagen. Ich hielt die Fahne nicht lange nicht dreißig Secunden und wenn wir ihre Geſchichte hören könnten, ſo würden wir erfahren, daß ſie noch durch viele Hände ging, ehe unſere Leute die preußiſche Fahne herunterriſſen.«

Raynal erhob ſich plötzlich und ging mit den Händen auf dem Rücken raſch hin und her.

»Der arme Oberſt!« fuhr La Croix fort,ich hoffe, daß er ſtarb wie ein Soldat und nicht einige wie meiner Cameraden, die in tauſend Stücke zerriſſen wurden. Ich hoffe, daß man einen Stein auf ſein Grab gelegt hat, denn er war der beſte Soldat und der beſte Offizier in der ganzen Armee.«

»Ach, lieber Freund,* rief Joſephine, ves iſt nicht ein⸗ mal ein Stein vorhanden, der die Stelle bezeichnete, wo er fiells und ſie brach in verzweifelndes Schluchzen aus.

»Wie, was ſoll das heißen, Dard?« fragte La Croix.

Dard entſchuldigte den Sergenten. Seitdem er verwun⸗ det worden, ward ihm das Gedächtniß zuweilen untreu.