ein Engel, Joſephine, aber wie kann ich gerade in dieſem
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Punkte auf Ihre Sympathie hoffen? Sie ſind ja ſelbſt meine gefährlichſte Rebenbuhlerin.«
„Ich verſtehe Sie nicht.«
»Nun, ſie ſagte mir geradezu, ſie könne mich niemals ſo lieben, wie ſie Sie liebt.«
„Und Sie glaubten ihr?«
»Ich ſah keinen Grund, ihr nicht zu glauben.«
„Thörichter Knabe! Lieber Eduard, Sie müſſen nicht auf jedes Wort, welches wir ſprechen, ſo viel Gewicht legen. Weiß wohl meine Schweſter in ihrem Alter etwas? Iſt ſie eine Prophetin? Vielleicht bildet ſie ſich auch wirklich ein, daß ſie ihre Schweſter ſtets ſo heben werde, wie ſie dieſelbe jetzt liebt. Sie aber ſind ein verſtändiger Mann; Sie ſollten lächeln und ſie ſchwatzen laſſen. Wenn Sie ſie heirathen, ſo werden Sie ſie in Ihr eigenes Haus nehmen. Sie wird mich blos dann und wann ſehen. Sie wird Sie und Ihre Zuneigung ſtets gegenwärtig haben Jeder Tag wird ein neues Band zwiſchen Ihnen und ihr mit ſich bringen. Sie werden jede Freude, jeden Kummer mit einander theilen. Ihre zu Ihren Füßen ſpielenden und die Züge beider Eltern zurückſpiegelnden Kinder werden aus Ihnen Eins machen. Ihre Herzen werden in jener ſeligen Vereinigung zuſammenſchmelzen, welche die Erde zum Himmel emporhebt, und dann werden Sie ſich wundern, wie Sie jemals eiferſüchtig ſeyn konnten auf die arme Joſephine, die niemals hoffen darf— ach, wehe mir!
Eduard, der nur an ſich dachte, deutete Joſephinens Bewegung bei dem Bilde, welches ſie von der ehelichen Liebe entwarf, nicht richtig. Er beſänftigte ſie und ſchwur bei ſeiner Ehre, Laura niemals von ihr trennen zu wollen.
„Meine theure Schweſter,« rief er,„Sie ſind ein En⸗
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