ren wurden, welche einen kleinen ländlichen Diſtrict mit aus jener unerſchöpflichen Quelle geſchöpften falſchen Anſichten vom Soldatenleben bewäſſerten.
Endlich fand die lang angedrohte Aushebung ſtatt. Jeder waffenfähige junge Mann, der nicht unter eine der feſtbe⸗ ſtimmten Ausnahmskategorien gehörte, bekam eine Nummer und zu einer gewiſſen Stunde wurden eine gleiche Anzahl Nummern in eine Urne gethan und ein Drittel davon in Ge⸗ genwart der Behörde gezogen. Dieienigen, deren Nummern gezogen wurden, mußten Soldaten werden.
Jacintha erwartete das Reſultat mit großer Bangigkeit. Sie hatte zu Hauſe keine Ruhe. Sie verließ das Schloß und ging die Straße hinunter Dard entgegen, welcher verſprochen hatte, zu ihr zu kommen und ihr das Reſultat, ſobald es be⸗ kannt wäre, zu berichten. Endlich ſah ſie ihn ganz niederge⸗ ſchlagen auf ſie zukommen.
»O Dard, ſprich, ſind wir unglücklich? Biſt Du ein Kind des Todes?“ rief ſie ihm entgegen.
»Was meinſt Du?«
»Haſt Du müſſen Soldat werden?«
»Nein, ſo glücklich bin ich nicht geweſen— ich werde als elender Handarbeiter ſterben.«
»Und darüber biſt Du betrübt? Du unnatürliches klei⸗ nes Ungeheuer! Haſt Du denn gar kein Gefühl für mich?«
»O ja, aber der Ruhm iſt jetzt für mich das Höchſte. Bürgerin!*
»Wie laut doch gerade die kleinſten Hähne krähen! Laß Du doch den Ruhm ſolchen, die ihre ſechs Fuß meſſen Dard.«
„General Bonaparte iſt nicht viel größer als ich und
Wer lieben will. IV. 2


