Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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würde Dir dies gefallen?« Dieſe Anſicht vom Kriege kühlte Dard's neuerwachte Neigung anfangs ein wenig ab. Die kampfluſtige Hälfte ſei⸗

nes Herzens erhielt jedoch einen Verbündeten in einem gewiſſen

Sergent La Croir, was für einen aufſtrebenden Militär gar kein ſchlechter Name war. Dieſer Sergent befand ſich auf kurzem Urlaub im Dorfe und wartete jetzt blos darauf, die neuen Recruten nach Paris zu führen und dann zur Rheinar⸗ mee zu ſtoßen.

Sergent La Croix war ein Mann, der durch die Kraft ſeiner Beredſamkeit das Soldatenhandwerk als den herrlich⸗ ſten und erhabenſten Beruf des Menſchen darzuſtellen wußte.

Seine Zunge flößte der unerfahrenen Seele Liebe zu den Waf⸗ fen ein, gerade ſo wie Trommeln und Trompeten, und der feſte gemeſſene Tritt der Soldaten, die unter fliegenden Fahnen einhermarſchiren, und im Sonnenſcheine funkelnde Bajonnete zu thun pflegen. In England, wo man durch prahleriſche Redensarten Soldaten anwirbt, wäre er unſchätzbar geweſen. In Frankreich dagegen, wo der Recrutirungszwang geſetzlich iſt, war er überflüſſig, gereichte aber doch zur Zierde und wußte Dard und noch Andere zu begeiſtern.

Sergent La Croix beſaß ein ſoiches Bewußtſeyn von mi⸗

litäriſchem Ruhm, daß er es unter ſeiner Würde erachtete, ſich

zu jener blos mündlichen Ehre herabzulaſſen, welche von den Angehörigen des Civilſtandes Wahrheitsliebe genannt wird.

Rund herausgeſagt der Sergent war ein fließen⸗ der, furchtbarer, intereſſanter, ſonorer, ſtets bereiter, kecker Lügner und ſein Erfolg ein ſo großer, daß Dard und noch einige andere Burſche des Dorfes gleichſam Berieſelungsröh⸗

daß einige ohne Arme, andere ohne Beine und noch andere ohne Köpfe, ja manche gar nicht wiederkommen wie