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geführt worden, traurig nieder und ſtützte den Kopf auf
die Hand.
„Ich bin grauſam! Ich bin undankbar! Er iſt mit ge⸗ brochenem Herzen fortgegangen und was ſoll ich ohne ihn be⸗ ginnen? Der kleine Narr! Ich liebe ihn ja mehr als mich. Er wird mir niemals verzeihen. Ich habe ſeine Eitelkeit verletzt und die Männer ſind eitler als wir. Wenn wir uns bei Tiſche wie⸗ der treffen, ſo will ich ſo freundlich gegen ihn ſehn, daß er Alles vergeſſen ſoll. Doch nein, er wird nicht zu Tiſche kom⸗ men. Er iſt kein Hündchen, welches man ſchlagen und dann wieder herbeipfeifen kann. Eine innere Stimme ſagt mir, daß ich ihn verloren habe und wenn dies der Fall iſt, was ſoll ich dann thun? Ich will ihm ein Briefchen ſchreiben. Ich will ihn bitten, mir zu verzeihen.«
Sie ſetzte ſich an den Tiſch, nahm einen Bogen Brief⸗ papier zur Hand und begann einige verſöhnliche Worte zu ſchreiben. Sie war ſo eifrig beſchäftigt, ſolche Worte zu wäh⸗ len, die freundlich genug und doch nicht zu freundlich wären, daß ſie nicht hörte, wie ein leichter Tritt ſich näherte. Sie blickte auf und Eduard ſtand vor ihr. Sie raffte das Papier raſch vom Tiſche hinweg. Ein krampfhafter Schimmer von Argwohn zuckte über Eduards Geſicht.
Laura bemerkte dies.
„Nun?s ſagte ſie.
„Liebe Laura, ich komme wieder um Sie zu bitten, daß Sie vergeſſen mögen, was ſo eben zwiſchen uns vorfiel.“
Laura's Augen funkelten. Seine Rückkehr bewies ihr ihre Macht. Sie mißbrauchte dieſelbe ſofort.
„Wie kann ich es vergeſſen, wenn Sie kommen um wich
daran zu erinnern.“


