Teil eines Werkes 
4. Theil (1858)
Entstehung
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willkommen ſeyn, ſagte Eduard bitter; dann ſetzte er hinzu:

übrigens kann ich ja auch gehen, wenn man mir ſagt, daß ich im Wege bin.

Trotzkopf! wer ſagt denn, daß Sie hier im Wege ſehen? Sie machen aber in der That zu viel Anſprüche, mein Herr. Sie wollen ſchon den Eheherrn ſpielen und mich quä⸗ len. Das iſt egoiſtiſch. Sehen Sie denn nicht, daß ich das Herz voll Sorgen habe? Sie ſollten freundlich gegen mich ſehn, und mich beruhigen. Das iſt es, was ich von Ihnen erwarte, aber ſtatt deſſen ſind Sie ein niemals endender Quälgeiſt.*

Das würde ich nicht ſeyn, wenn Sie mich ſo liebten, wie ich Sie liebe. Ich gebe Ihnen keine Nebenbuhlerin. Soll ich Ihnen die Urſache von all dieſem ſagen? Sie haben Geheimniſſe.*

Was für Geheimniſſe?

Mich wollen Sie darnach fragen? Hat man mir die⸗ ſelben vielleicht anvertraut? Geheimniſſe ſind eine Feſſel, die ſich durch nichts löſen läßt. Um von den Geheimniſſen zu ſprechen, laufen Sie immer von mir fort zu Madame Raynal.«

Sol« ſagte Laura kaltblütig.»Und wer hätte mich

denn unterrichtet?

Oberſt Dujardin.

Laura erſchrak. Einen Augenblick lang faßte ſie die Richtung von Eduards Eiferſucht falſch auf. Er betrachtete ſie mit immer ſteigendem Argwohn. Sie ließ ihn eine Weile auf dieſer falſchen Fährte weiter gehen.

Nach einer Pauſe ſagte ſie:

Alſo Oberſt Dujardin hat mich Zurückhaltung und Schweigen gelehrt? Ich dachte, Sie wären es ſelbſt geweſen.