Teil eines Werkes 
3. Theil (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

174

Als Laura unvermuthet in's Zimmer trat, fand ſie ihre Schweſter an Jacintha's Bruſt weinend, während Jacintha über ihr ſchluchzte.

XVI.

Doctor Saint⸗Aubin ward bei ſeiner Ankunft durch Madame Raynal's äußere Erſcheinung ſehr angenehm über⸗ raſcht.

»Sie ſieht ja wieder ſo gut aus wie ſonſt,« ſagte er. Sie iſt ſogar ein wenig gewachſen. Wie ſteht es denn mit Ihrem Appetit, mein Kind?«

Der iſt ſehr gut, Doctor.«

O, was ihren Appetit betrifft,« rief die Baronin,»ſo iſt dieſer ungeheuer.«

»Wirklich?

Er war es, ſetzte Joſephine erläuternd hinzu,als es wieder mit mir beſſer zu gehen anfing. Jetzt jedoch iſt er ziem⸗ lich wie gewöhnlich.*

Dieſe Antwort war ihr ſchon vorher von Jacintha ein⸗ gegeben worden. Sie ſetzte hinzu:

Wir wollten Sie nemlich gern wiederſehen, Doctor, und meine lächerlich unbedeutende Krankheit war ein guter Vorwand, um Sie von Paris wegzulocken.«

»Und nun da uns dies gelungen iſt,« ſagte Laura, wollen wir die Maske abwerfen und von andern Dingen ſprechen vor allen Dingen von Paris und von Ihrem Eclat.

»Dennoch aber,« bemerkte die Baronin hartnäckig, war ſie krank, als ich zuerſt ſchrieb und zwar ſehr krank.«