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»„Sie begreiſen auch nicht, weshalb ich wünſche, daß Fräulein Laura nicht zu viel mit ihm ſprechen möge?«
iſt klug— klüger als ich bin.«
„Sie ſind Beide nicht ſehr klug. Sie wiſſen nichts. Ach, meine arme junge Herrin, Sie ſind noch ein pures Kind. Sie haben ein tiefes Waſſer zu durchwaten,« ſagte Jacintha ſo feierlich, daß Joſephine zitterte,„ein tiefes Waſſer und ich ſehe nicht einmal— Sie haben mir erzählt, was vergangen iſt. Ich muß Ihnen nun erzählen, was kommen wird Der Him⸗ mel ſtehe mir bei!«
Joſephine zitterte.
„Reichen Sie mir Ihre gute liebe Hand, mein theures Fräulein, wenn Sie glauben, daß ich Sie liebe.«
»Hier, meine gute Jacintha.“
Sie zitterte.
„Haben Sie keine Ahnung?«
„Ach, wohl ahnt mir Schlimmes, wenn ich deine Worte höre, wenn ich—*
„Aber haben Sie keine beſtimmte Ahnung?«
„Nein.*
„Nun, ſo wenden Sie Ihr Geſicht ein wenig von mir hinweg, meine gute, junge Herrin. Ich bin ein rechtſchaffenes Mädchen, obſchon ich nicht ſo unſchuldig bin wie Sie, und ich bin gegen meinen Willen gezwungen, deutlicher zu ſprechen, als ich gewohnt bin.
Nun folgte ein Geſpräch, deſſen Mittheilung unſerer Ge⸗ ſchichte vorgreifen würde. Es genüge daher, wenn wir ſagen, daß Joſephine dadurch eine zweite Vertraute gewann.


