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gannen, daß ſie ſchon ſeit mehren Jahren ein warmes Inter⸗ eſſe an Schmetterlingen— abgeſehen von denen ihrer eigenen Gattung— gefunden, da begann der Naturforſcher Lunte zu riechen.
„Ich begreife nun,« ſagte er,»die Entomologie gilt bei einem armen Manne für eine Art Blödſinn, bei einem reichen dagegen für eine liebenswürdige Verirrung des Geiſtes.“
Als Philoſoph ohne Galle durchſchaute er dies und es amüſirte ihn, ohne ihn anzuwidern.
Die Geſellſchaft hatte noch etwas Anderes für ihn in petto.
Er gab ſich ungeheure Mühe, die Umſtände der Neffen und Richten ſeines verſtorbenen Neffen kennen zu lernen und dann traf er Anordnung, um einen großen Theil ſeiner Erb⸗ ſchaft unter ſie zu vertheilen. Seine Abſichten und das Maß ſeiner Großmuth ward bekannt.
Bis jetzt waren Alle ſtill geweſen, aber nun fielen ſie mit lauten Schmähungen über ihn her. Jeder faßte nur den Betrag ſeines perſönlichen Anſehens in's Auge und nicht die ganze Summe, welche der Doctor unter ſeine undankbare Sippſchaft vertheilte. Dem Geber machte die Sache Spaß und er notirte dieſen Umſtand und einige der Bemerkungen in ſeinem Tagebuch unter dem Capitel„die Menſchen.*
Paris bietet viele Verführungen und darunter auch einige unſchuldige. Es umſtrickte den Doctor und hielt ihn feſt.
Von Zeit zu Zeit ward er durch ſchlimme Nachrichten über Joſephinens Geſundheit geſtört, und wenn er nicht mit der Baronin geglaubt hätte, daß ihre Krankheit keine Krank⸗ heit des Körpers ſey, ſo wäre er ſofort zu ihr geeilt. So aber hoffte er von der Zeit mehr als von Arzeneien, und da er


