Teil eines Werkes 
3. Theil (1858)
Entstehung
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Der Buchhändler ſchrieb weiter:

»Studien dieſer Art gewinnen jetzt immer mehr Boden und ich glaube, wir könnten uns damit vor das Publicum wagen.«

Dies führte zu einem Briefwechſel, in welchem der zum Inſectenſtudium Bekehrte erklärte, daß das Werk auf Koſten des Autors erſcheinen müſſe und der Verleger ſich mit dem Gewinn begnügen werde.

Der nach dem Publicum dürſtende Autor war damit einverſtanden. Dann ſchrieb der Verleger nochmals, das Werk bedürfe noch einiger Würze. Es müſſe etwas Politik mit hin⸗ eingemiſcht werden, ſonſt fände es keinen Anklang. Der Autor antwortete faſt heftig, er werde ewige Dinge nicht durch die vergänglichen Themata des Tages verdünnen, noch die Wiſ⸗ ſenſchaft durch Politik beſudeln.

Der Verleger begütigte ihn und verachtete heimlich einen Menſchen, welcher nicht begreifen wollte, daß ein Buch ein Handelsartikel iſt und nichts weiter.

Das Ende vom Lied war, daß Saint⸗Aubin nach Paris reiſte, um ſeinen Phönix auszubrüten.

Er war noch nicht ganz eine Woche hier, als eine kleine Deputation bei ihm erſchien und ihm meldete, daß er zum Ehrenmitglied einer gewiſſen gelehrten Geſellſchaft gewählt worden.

»Oho!* dachte er und verneigte ſich wie ein Tanzmei⸗ ſter. Es wurden einige Reden von beiden Seiten gewechſelt und die Deputation entfernte ſich wieder.

Nun kamen eine Menge Einladungen. Er nahm ſie an. Er glänzte in Geſellſchaften. Die Wiſſenſchaft ſchien wirklich Mode zu werden. Als aber einige liebenswürdige junge Da⸗ men mit der Geſchmeidigkeit ihres Geſchlechtes zu finden be⸗