Und vamit verſchwand er eben ſo raſch, als er gekom⸗ men war. „Meine Mutter! meine Schweſter!« rief Joſephine,
„helft mir dieſen Mann lieben.«—
„Du bedarfſt keine Hilfe,« rief die Baronin mit Enthu⸗ ſiasmus,—„wer wollte ihn nicht lieben?— Wir müßten ja Ungeheuer ſehn.«
Zum Abendeſſen fand Raynal ſich fröhlich und heiter wieder ein.
„Heute gibt es nichts mehr zu thun. Es iſt Alles be⸗ ſorgt und ich kann nun den ganzen Abend verplaudern— denken Sie ſich nur!«
Unſer Raum geſtattet nicht auch nur den zehnten Theil von dem zu erzählen, was ſie miteinander ſprachen. Ich hebe daher nur das Bemerkenswertheſte aus.
Joſephine von Beaurepaire, welche ſchweigſam und ge⸗ dankenvoll geweſen war, ſagte zu Rahnal in einem Tone, der faſt ein Flüſtern genannt werden mußte:
»Mein Herr!«
„Mein Fräulein?« tönte die Poſaune.
„Darf ich nicht nach Egypten gehen?«
„Nein,« lautete die kurze Antwort.
Joſephine zog ſich zurück wie eine Mimoſe. Nach einer Weile jedoch kehrte ſie zu dem Angriff zurück.
„Nichtsdeſtoweniger,« hob ſie wieder an,„ſcheint es, als ſey es die Pflicht des Weibes, an der Seite ihres Gatten zu bleiben— für ſeine Bequemlichkeit zu ſorgen— ihn zu tröſten, wenn Andere ihn ärgern und kränken— ihn zu be⸗ gütigen, wenn er aufgeregt und zornig iſt.«
„Ihre erſte Pflicht iſt, ihm zu gehorchen,« entgegnete Raynal.


