Teil eines Werkes 
3. Theil (1858)
Entstehung
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Alle ſtießen einen Ruf der Ueberraſchung aus und dann folgten freundliche Begrüßungen, beſonders von der Ba⸗ ronin. Die Zeit iſt uns recht lang geworden ohne Sie, Jean.*

Und ich habe Sie auch ein paarmal ſchmerzlich ver⸗ mißt, Schwiegermutter, das kann ich Ihnen ſagen. Wohlan, ich fürchte, ich werde Sie unangenehm berühren, aber Sie müſſen bedenken, daß wir in einer geſchäſtigen Zeit leben. Morgen breche ich nach Egypten auf.«

Was!« rief Laura.

»Morgen ſchon?« rief die Baronin.

Joſephine legte ruhig ihre Arbeit nieder.

Ja, die ganze Sache hat ſich geändert. General Bona⸗ parte verläßt Paris übermorgen Früh ſieben Uhr und ich gehe mit ihm. Ich bin ſo ſchnell als möglich hierhergeritten, um die kurze Zeit, die mic noch übrig iſt, bei Ihnen zuzu⸗ bringen.*

Die Damen ſahen einander an.

»Mein Pferd iſt ein ſehr gutes,« fuhr der Comman⸗

dant fort.Wenn ich morgen Mittag aufbreche, ſo bin ich

gegen fünf Uhr nächſten Morgen in Paris. Halb Sechs muß ich bei dem General ſehn.«

Die Baronin ſeufzte tief auf und die Thränen traten ihr in die Augen.

Gerade als wir Alle anfingen, Sie kennen und lieben zu lernen!« ſagte ſie.

O, Sie müſſen deswegen nicht niedergeſchlagen ſeyn, Schwiegermutter,«entgegnete Rahnal.Es iſt eben ſo wahr⸗ ſcheinlich, daß ich aus Egypten wiederkomme, als daß ich nicht wiederkomme. Die Chancen ſind wenigſtens gleich.«