Teil eines Werkes 
3. Theil (1858)
Entstehung
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Dies da enthält Ihre Epaulette, Oberſt, ſagte er. »Wie wir hören, befinden Sie ſich auf dem Wege nach einer Wildniß, in welcher keine Epauletten wachſen. Sobald als Ihre Wunde vollſtändig geheilt iſt, ſollen Sie ſich zur Rhein⸗ armee begeben.«

Ich werde überall hingehen, wohin mein Vaterland mich ruft.«

»Nun ſo theilen Sie mir noch Ihre Adreſſe mit, Oberſt, damit wir wiſſen, wo wir einen Helden zu ſuchen haben, wenn wir einen brauchen.«

»Ich begebe mich nach Beaurepaire.«

»Nach Beaurepaire? Dieſen Ort habe ich in meinem Le⸗ ben nicht nennen hören.«

»Sie haben noch nichts von Beaurepaire gehört? Beau⸗ repaire liegt in der Bretagne fünfundzwanzig Lieues von Paris und folglich dreiundzwanzig und eine halbe von hier.*

»Gut! Viel Glück auf den Weg und baldige Geneſung!«

Der neuernannte Oberſt las das koſtbare Document auf dem Halſe ſeines Pferdes und dann wollte er eine der Epauletten auf ſeiner gegenwärtig kahlen rechten Schulter be⸗ feſtigen, aber er überlegte es ſich anders.

»Nein, ſagte er bei ſich ſelbſt,ich will mich nicht ſelbſt krönen. Sie ſoll mich mit ihrer theuern Hand zum Oberſten machen. Ich will dieſe Zierden in die Taſche ſtecken. Ich will ſie nicht einmal anſehen, bis ſie ſie geſechen hat ich habe nicht eher ein Recht dazu. O wie glücklich bin ich, daß ich nicht blos lebendig ſondern auch zu ihr höchgeehrt zu⸗ rückkehren kann.«

Seine Wunde ſchmerzte, alle Glieder thaten ihm weh, aber kein vergangener oder gegenwärtiger Schmerz konnte ſeinen Geiſt überwältigen. In ſeiner großen Freude dachte er