Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

187

Sprich, Joſephine,« ſagte die Baronin.

Denn die delicate Frage ward offen und gerade heraus in Gegenwart der drei Damen gethan.

Mein Herr, ſagte Joſephine ſchüchtern,»ich will eben ſo offen und frei mit der Sprache herausgehen wie Sie. Ich danke Ihnen für die Ehre, die Sie mir erzeigen.«

Raynal ſah verblüfft eine der Damen nach der andern an.

Schwiegermutter, heißt das ja oder nein?«

Das Wort nein habe ich nicht gehört hörten Sie es vielleicht?« entgegnete die Baronin.

Nein, geradezu nein hat ſie nicht geſagt.*

Dann hat Sie ja ſagen wollen.«

Dann bin ich ihr ſehr verbunden.*

Sie haben wenig Urſache dazu, mein Herr.

O ja, die hat er!« rief die Baronin.Und ſomit neh⸗ men Sie mein geliebtes Kind, Sie wackerer Mann, den ich aus der ganzen Nation zu meinem Sohne gewählt haben würde.*

Auch ich habe noch nie eine alte Dame kennen gelernt, die ich, ausgenommen meine leibliche, ſo gern meine Mutter hätte nennen mögen wie Sie.

Sie haben einen einzigen Fehler Sie können nie⸗ mals ruhig ſitzen bleiben und plaudern.

Daran iſt der General Bonaparte Schuld. Morgen muß ich zu ihm nach Paris.«

So bald ſchon? Heute Abend aber bleiben Sie bei uns darauf beſtehe ich. Ich würde es übel nehmen, wenn Sie nns jetzt verlaſſen wollten.*

Nein, nein, ich werde den ganzen Abend da bleiben. Und nun möchte ich Ihnen etwas ſagen, was ich aber dieſe beiden jungen Damen nicht hören laſſen möchte, liebe Schwie⸗ germutter.«