Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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O welch ein Troſt! welch eine Laſt haſt Du mir vom Herzen genommen!

Es iſt entſchieden, liebe Schweſter, und durch mich.

Dann bin ich beruhigt. Du biſt meine beſte Freundin. Ich werde Pflichten zu erfüllen haben. Ich werde Gutes thun können. Alle waren auch ſchon dafür, nur Du nicht.

Und nun bin ich mehr dafür als irgend Jemand. Es iſt abgemacht.

Der Himmel ſegne Dich, liebe Laura, Du haſt deine Schweſter gerettet. D, Camill Camill! Warum haſt Du mich verlaſſen!«

Sie begann fürchterlich zu weinen und zu ſchluchzen. Laura weinte an ihrem Halſe, ſagte aber nichts. Auch ſie war ein Weib und fühlte, daß dieſe verzweifelnden Worte die Einwilligung waren, ſich einem Manne zu vermälen, den ſie achtete, aber nicht liebte. Es war der letzte verzweifelnde Schrei der Liebe, welche einen hoffnungsloſen Kampf aufgab.

Und in der That waren dies die letzten Worte, die über dieſen Gegenſtand zwiſchen den Schweſtern gewechſelt wurden.

Es war entſchieden.

Und nun trat Jacintha ein, um zu melden, daß die Stunde des Diners nahe ſeh.

Sie beeilten ſich ihre Thränen zu trocknen und ihre ro⸗ then Augen zu waſchen, damit ihre Mutter nicht ſehen möge, daß ſie geweint hatten.

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Nun, mein Fräulein,« ſagte Raynal zu Joſephinen, Ihre Mutter und Ihre Schweſter willigen ein, aber was ſagen Sie denn, denn ich bewerbe mich ja um Sie und nicht um dieſe. Haben Sie den Muth, ſich einem rauhen Soldaten anzuvertrauen, wie ich bin?«

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