Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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So zaghaft bin ich aber nicht,« entgegnete Laura. Ich empfinde da, wo es Dir und deinem Lebensglück gilt, ſtets einen ſtarken Wunſch. So lange ich in Zweifel war, zö⸗ gerte ich, jetzt aber zweifle ich nicht mehr. Ich habe eine lange Unterredung mit ihm gehabt. Er hat mir ſein ganzes Herz geoffenbaret. Er iſt der beſte Menſch von Kleinlichkeit oder Gemeinheit iſt keine Spur. Und dabei iſt er ein Mann durch und durch. Ich erkenne das daran, daß er in ſeiner ganzen Art und Weiſe das Gegentheil von einem Weibe iſt, und Ihr werdet ganz ausgezeichnet zuſammenpaſſen. Ich habe entſchie⸗ den, Joſephine keinen Zweifel mehr, liebe Schweſter; keine Thränen, keinen Streit mehr. Wir ſind Alle eines Sinnes.*

Um ſo beſſer!

Umarme mich, ich liebe Dich! O niemals liebt eine Schweſter die andere, wie ich Dich liebe. Ich habe dein Glück begründet.*

Denke nicht mein Glück, denke blos an unſere Mut⸗ ter, denke an*

Dein Glück geht vor allem Andern. Es wird kom⸗ men, vielleicht nicht ſogleich, aber es wird kommen. Alſo in viel⸗ leicht vierzehn Tagen vermälſt Du Dich mit Herrn 6

Du haſt es alſo abgemacht?

Ja.*

Wie ſchließlich?

Ja.

Aber weißt Du auch gewiß, daß ich ihn ſo glücklich machen kann, wie er verdient?

Ganz gewiß.*

Ich glaube es auch, dennoch

Es iſt abgemacht, Theure,« 8 Laura beſchwich⸗ tigend.

Wer lieben will. II. 13