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und indem ich ſie glücklich geſehen, wäre ich zufrieden und nützlich geweſen. Was bin ich nun? Ich hätte andere Herzen getröſtet und wäre freudenvoll und jung geſtorben, denn Gott iſt gut. Er erlöſt die Guten und S lbigen bald von ihrer Bürde!“
Und ſtille Thränen begannen 32 Armen das Herz leich⸗ ter zu machen. Der kurze Sturm legte ſich und die Geduld begann langſam wieder ihren Sitz in dieſem großen Herzen einzunehmen.
„Fluch über den Namen dieſes Mannes und Fluch mir, wenn ich ihn jemals wieder vor Dir nenne!« rief Laura. „Du biſt klüger als ich und in jeder Beziehung beſſer. O, Joſephine, trockne deine Thränen. Da kommt er, ſchau, da kommt er durch den Park geritten.«
„Laura« rief Joſephine haſtig,»ich überlaſſe Alles Dir. Empfange Herrn Raynal und lehne ſein Anerbieten ab, wenn Du es für recht hältſt. Du biſt es, die mich am meiſten liebt. Meine Mutter möchte mich für ein Haus— für ein Beſitzthum dahingeben, die arme, gute Frau!«
„Ich aber würde Dich nicht für die ganze Welt hin⸗ geben.*
„Das weiß ich. Ich überlaſſe vertrauensvoll Alles Dir. Wie Du entſcheideſt, ſo werde ich handeln,« und mit dieſen Worten nahm ſie den Weg nach dem Hauſe.
„Ja aber geh nicht fort, bleib und höre was ich ſage.*
„O nein. Das Antlitz dieſes armen Mannes iſt mir jetzt unerträglich; laß mich an ſeine Tugenden denken.«
Laura blieb allein und hatte das Schickſal ihrer Schwe⸗ ſter nun in ihren Händen. Sie ſtützte den Kopf auf die Hände und dachte mit ihrer ganzen Seele:„Was ſoll ich thun?“
Laura fühlte ſich jetzt von etwas beherrſcht, was auf
Wer lieben will. I. 12


