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„Dein Gewiſſen ſagt: Heirathe dieſen Mann, während Du einen Andern liebſt?“
„Das verhüte der Himmel! Ich liebe keinen Mann. Ich habe geliebt, aber jetzt iſt mein Herz todt und ſagt nichts, und mein Gewiſſen ſagt: Du biſt die Urſache von allen Leiden deiner Mutter— Du biſt die Urſache, daß Beaurepaire ver⸗ kauft ward. Jetzt kannſt Du dieſes Unheil wieder gut und gleichzeitig einen braven Mann, unſern Wohlthäter, glücklich machen. Es iſt eine große Verſuchung. Ich weiß gar nicht einmal, weshalb ich überhaupt nein ſagte— vielleicht ge⸗ ſchah es aus Ueberraſchung— vielleicht Dir zu gefallen, liebe Schweſter.*
Laura ſtöhnte.
„Aber biſt Du denn ſo wenig werth, daß Du Dich an einen Mann wegwerfen willſt, der Dich nicht liebt?“
„O er wird mich lieben— das ſehe ich.«
„Er braucht Dich aber nicht; er iſt ſchon ſo vollkommen glücklich.*
„Nein, Laura, glücklich iſt er nicht. Er iſt blos wacker und gut und deshalb zufrieden und er iſt ein Charakter, den man leicht— kurz, ich fühle hier meine Macht. Ich könnte dieſen Mann glücklich machen. Er hat nicht einmal Jeman⸗ den, an den er ſchreiben kann, wenn er fern von ſeiner Hei⸗ math iſt— der arme, gute Mann!“
„Du raubſt mir alle Geduld, Joſephine. Du verfällſt wieder in deine alte Gewohnheit, an alle Leute zu denken, nur nicht an Dich ſelbſt. So lange es ſich um Kleinigkeiten handelte, habe ich Dich gewähren laſſen, aber ich liebe Dich zu ſehr, um ſo etwas zu geſtatten, wenn dein ganzes Lebens⸗ glück auf dem Spiele ſteht. In einer Beziehung muß ich zu⸗ friedengeſtellt werden, oder dieſe Heirath ſoll niemals ſtattfin⸗


