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ten Sie mir eine Probe. Erlauben Sie mir, Sie zu beſuchen. Ich bin noch nicht alt genug, um ein Heuchler zu ſeyn. Ver⸗ diene ich Ihre Gunſt nicht, ſo wird ein Auge wie das Ihre es bald erkennen. Sie werden mich entlaſſen und ich werde ſofort gehen, denn auch ich bin ſtolz, obſchon ich ſo wenig beſitze, worauf ich ſtolz ſehn könnte.“
„Sie ſcheinen hierbei aber zu überſehen, mein Herr, daß dieſes kleine Experiment meine Tochter compromittiren würde.“
„Durchaus nicht, gnädige Frau. Ich verſpreche Ihnen, daß dies nicht der Fall ſeyn ſoll. Ich ſchwöre Ihnen, keine Gelegenheit zu mißbrauchen, welche Ihre Güte mir geben wird. Bedenken Sie, gnädige Frau, daß ich Ihnen nur hier die Möglichkeit gewähren kann, meinen Charakter kennen zu lernen. Sie verlaſſen das Schloß niemals, gnädige Frau. Laſſen Sie mich daher zu Ihnen kommen; ich bitte, geſtatten Sie mir, Ihnen dann und wann einen Beſuch zu machen!“ rief Eduard, indem er ſeine ſchönen bittenden Augen auf ſie heftete.
„Hat man wohl je etwas ſo Ungereimtes gehört!« rief die Baronin.
„Ach, gnädige Frau, um ſo mehr werde ich Sie ſegnen, wenn Sie ſo großmüthig ſind, es mir nicht zu verweigern.“
„Wenn nun aber meine Fflicht verlangt, es Ihnen zu verweigern?«
„Dann werde ich ſterben, gnädige Frau— das iſt Alles.*
„Ach, Kinderei!«
»Und das wird Ihnen leid thun.*
»Glauben Sie wirklich?«
„Ja, denn Sie haben ein gutes Herz, gnädige Frau—


