Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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ſind und höher ſtehen als das, was der kleine und große Pö⸗ bel thut oder bewundert? Was wir von ſeinem Charakter wiſ⸗ ſen? Sie wiſſen, daß in einer Welt, in welcher faſt ausſchließ⸗ lich der Egoismus herrſcht, dieſer arme Jüngling Sie alle ge⸗ liebt hat wie Engel lieben und wie Sterbliche nicht lieben, und daß er Ihnen, ebenfalls wie Engel, unſichtbar Gutes erzeigt hat. Sie wiſſen, daß er nicht reich iſt und dennoch die Hälfte ſeines Einkommens Ihnen gewidmet hat, ohne auch nur auf Dank zu hoffen. Iſt es ſeine Schuld, wenn man den unſicht⸗ baren Wohlthäter in ihm entdeckte? Nein! Dieſe jungen Da⸗ men waren zu ſchlau für ihn, ſonſt würden ſie ihren helfen⸗ den Engel niemals kennen gelernt haben. Suchen Sie doch in den Werken der großen Dichter Corneille und Racine eine ſo unſchuldige, ſo zartſinnige, ſo engelgleiche Liebe Sie wer⸗ den keine darin finden! Sind Sie taub gegen das Gefühl, blind gegen Schönheit des Körpers und der Seele? Dann ſeyen Sie wenigſtens klug und ſchlau und befreunden ſich mit dem ſich emporarbeitenden jungen Bürger. Ich habe ihn gemeſſen er iſt kein Zwerg. Er war in der polhtechniſchen Schule der Erſte in Frankreich wird er nicht der Letzte ſeyn. Sind Sie zu vornehm, um klug zu ſeyn? Dann ſeyen Sie wenigſtens ſo edel, dem Edlen, Guten und Schönen um ſeiner ſelbſt wil⸗ len die Hand zu bieten.« Die Baronin ſenkte das Haupt, gab aber keine Antwort. »Liebe Mutter,« rief Joſephine in bittendem Tone,der gute Doctor meint es aufrichtig. Ich fürchte, er wird an un⸗ ſerer Liebe zu ihm zweifeln, wenn Du ihn abweiſeſt. Noch

niemals hat er ſo laut geſprochen. Mama liebe Mama, ich bitte Dich.«