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traut mit der Poeſie, mit der Geſchichte und— was unſern Freund Eduard beſonders bezauberte— mit der höhern Politik.
In ihren ernſtern Geſprächen zeigte er dem jungen Mann, ein wie großes und ſeltenes Weſen ein wahrer Staats⸗ mann, und was für ein gewöhnliches und kleines Geſchöpf der bloße Beamte iſt. Er führte Beiſpiele aus der Geſchichte vieler Nationen und Zeiten an und entwickelte bei dieſen Gelegen⸗ heiten eine Beredſamkeit, welche dem Bürger Rivière tief zu Herzen drang. Mit einem Worte, ſie wurden Freunde und Rivière fühlte nicht ſo bald, daß ſie Freunde waren, ſo rührte ihn ſein Gewiſſen und er ſagte bei ſich ſelbſt:„Ich will ihm Alles erzählen. Er iſt ein guter Mann— ein weiſer Mann — ein gerechter Mann. Ich ſchäme mich meiner Liebe nicht. Ich will ihn bitten, für mich Partei zu nehmen.*
»Mein Freund,« begann er,»ich habe Ihnen ein Ge⸗ ſtändniß zu machen.«
Der Doctor ſah ihn mit gutmüthig lauerndem Blicke an.
»Es iſt möglich, daß Sie vielleicht dadurch nicht ſehr überraſcht werden,« fuhr Eduard fort.
»Wir werden ſehen,« ſagte der Doctor.
Nun erzählte Eduard ſeine Geſchichte, wie die Menſchen ihre Geſchichten zu erzählen pflegen. Er erzählte, wie er als Republicaner durch und durch in dieſe Gegend gekommen ſey — wie er die beiden jungen Damen ſo ſanft, ſo ruhig und traurig und ſtets ſchwarz gekleidet ſpaziren gehen geſehen— wie ihre Schönheit und Anmuth ſie intereſſant. ihr Unglück aber für ihn heilig gemacht habe— wie nach vielen Begeg⸗ nungen endlich Fräulein Laura ihn angelächelt und wie dieſes Lächeln ihm tief in's Herz gedrungen ſey.


