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Dieſe letzteren Worte ſprach ſie im Tone ironiſcher Höf⸗ lichkeit.
»Nennen Sie mich, wie Sie wollen, gnädige Frau, nur nicht Ihren Feind.«
Und er ſagte dies mit ſo tiefem Gefühl und dieſe Unter⸗ werfung der ſiegenden Partei unter die beſiegte war ſo ſelbſt⸗ verläugnungsvoll, daß Joſephinen die Thränen in die Augen traten und Laura's Buſen ſich hob und ſenkte, während ihre Nadel immer langſamer ging.
„Bürger haben mir zu viel Böſes zugefügt,« ſetzte die Baronin mit einem düſtern Blick hinzu.
„Mamals rief Joſephine in bittendem Tone.
»Dann können ſie Sie nicht ſo genau gekannt haben, gnädige Frau,« entgegnete Eduard,„wie ich ſelbſt in dieſer kurzen Unterredung— verzeihen Sie mir meine Anmaßung — Sie kennen gelernt zu haben glaube.«
»Wenigſtens, mein Herr,« rief die alte Dame freundlich und faſt heiter,„wenigſtens iſt es ein guter Anfang, glaube ich.*
Mit dieſen Worten verneigte ſie ſich und dies hieß natür⸗ lich:„Gehen Sie.*
Eduard verneigte ſich ebenfalls gegen ſie und die jungen Damen und entfernte ſich ſchüchtern, während Laura ihm ver⸗ ſtohlen einen triumphirenden Blick nachſendete.
Die Baronin wendete ſich zu ihren Töchtern.
»Wißt Ihr vielleicht, wer dieſer kleine Republicaner iſt, der die Idee erfunden hat, um Erlaubniß zum Schießen der Rebhühner eines Andern zu bitten und welcher, beiläufig ge⸗ ſagt, ein wahres Engelsgeſicht beſitzt?«
Die Schweſtern ſahen einander an. Laura ſprach:
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