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»Ausgenommen ihre Bekanntſchaft,« ſagte Eduard in zärtlichem, obſchon vorwurfsvollem Tone.
»Alſo, mein Herr, Sie können uns nicht eine Zurück⸗ weiſung verzeihen, die uns eben ſo ſchmerzlich berührte als Sie?*
Das war eine unerwartete Wendung. Joſephinens ſanfte Augen und bitternder Ton ſchienen anzudeuten, daß ſie ſich vielleicht bewegen ließe, eine Abweiſung zurückzunehmen, um derentwillen ſie ſich beinahe entſchuldigt hätte.
»Jacintha hat Recht,« dachte er,„ſie iſt die Schönſte der Schönen.«
»Ach, mein Fräulein,« ſagte er mit Wärme, zwie freundlich iſt es von Ihnen, ſo zu mir zu ſprechen!«
Die Thür öffnete ſich und die Baronin trat herein.
Eduard ſtand auf und verneigte ſich. Die Baronin dankte, winkte ihm, wieder Platz zu nehmen und ſetzte ſich dann ebenfalls.
»Wie ich höre, mein Herr, ſteht es in meiner Macht, Ihnen einen kleinen Dienſt zu leiſten.«
»Ja, gnädige Frau, aber es iſt eine Kleinigkeit und es thut mir leid, Sie deswegen incommodirt zu haben.*
„Das iſt durchaus nicht der Fall, mein Herr. Ich ſtand eben im Begriff hierherzugehen, als Jacintha mich von der Ehre in ſetzte, welche Sie mir erzeigen. Alſo Sie wünſchen—
Frau Baronin, ich bin Jagdliebhaber. Ich bin ein Nachbar von Ihnen, obſchon ich nicht die Ehre habe von Ihnen gekannt zu ſeyn.«
»Dies, mein Herr, hat ſeinen Grund ohne Zweifel darin, daß ich ſo ſelten in die Welt gehe,« ſagte die Baronin mit höflicher Unaufrichtigkeit.
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