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kümmertem Tone hinzu, ſeine Dienſtarbeiten nähmen ihn ſo
ſehr in Anſpruch, daß er nicht hoffen könne, ſich in einer ſo ſchwierigen Wiſſenſchaft auszuzeichnen.
Der Doctor bemitleidete ihn.
„Wie ſchade,« ſagte er,„daß ein junger Mann von Ihren Talenten durch die vergängliche Politik des Tages, in welcher ſo ſelten ein großes Princip zu Tage tritt, abgehalten rd, die ewigen Geheimniſſe der Natur zu ſtudiren!«
Reviére zuckte die Achſeln. »Irgend Jemand muß die ſchmutzige Arbeit verrichten,« ſagte er im Stillen lachend.
Kurz, die Raupe wanderte in der Taſche eines Dank⸗ baren nach dem Schloſſe Beaurepaire.
„O kluge Jacintha,« ſagte der Liebende,»ich glaubte,
Du wollteſt mich zum Beſten haben, aber das Herz dieſes
Mannes iſt wirklich auf dieſe Dinge verſeſſen. Wir ſind heute einander um eine ganze Meile näher als geſtern.*
Der Doctor erzählte ſeine Unterredung mit dem jungen Riviere, dem er hohe Lobſprüche ſpendete, und zielte damit auf Laura, die ſein Verdienſt geſchmälert, als ob er ihr de⸗ mit eben ſo viele tödtliche Streiche verſetzte. Ihre muthwilli⸗ gen Augen funkelten vor Schalkhaftigkeit und hätten eine Pul⸗ vermine zur Exploſion bringen können, aber ihr Mund ſprach keine Sylbe.
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Die weiße Fahne wehte von den Zinnen des Schloſſes Beaurepaire. Der Staatsbeamte warf ſofort ſeine Tabellen hin, ergriff ſeinen Hut und eilte hinaus.
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