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Blinder,« ſagte ſie.»Es war einmal ein kleiner Knabe, der ſich ſterblich in Himbeercompot verliebt hatte.«
„Das iſt nicht mein Lieblingsgericht.«
„Das iſt nicht wahr, mein Herr! Himbeercompot ißt Jeder gern. Alſo, der kleine Knabe kam an die Speiſekammer, in welcher, wie er wußte, ein ganzes Dutzend Krüge mit der beliebten Süßigkeit ſtanden, aber, o Jammer! die Thür war verſchloſſen. Er ſtieß mit den Füßen daran und weinte bit⸗ terlich.*
»Der arme Knabe, ſein Kummer rührt mich!«
„Ganz natürlich, mein Herr— denn es ging ihm ge⸗ rade ſo wie Ihnen. Endlich kam ſeine Mama und ſagte: „Hier iſt der Schlüſſel,« und gab ihm den Schlüſſel. Aber was that der alberne Knabe? Er ſchrie immer noch fort und weinte und ſtieß mit den Füßen an die Thür. Den Schlü— Schlü— Schlüſſel mag ich nicht! Ich will die Hi— Hi— Hi— Himbeexen— hu! hu! hu!s
Und Jacintha ahmte das Geſchrei und die Geberden des naſchhaften Knaben auf die drolligſte Weiſe nach.
Eduard ſchaute verblüfft vor ſich hin, aber nur einen Augenblick lang. Den nächſten bedeckte er das Geſicht mit den Händen und rief:
„Narr, Narr, Narr, der ich bin!«
„Ich werde Ihnen nicht widerſprechen,« ſagte der weib⸗ liche Mentor mit affectirter Höflichkeit.
„Sie war meine beſte Freundin.*
„Wer zweifelt daran?«
„Sobald ich einmal mit dem Doctor bekannt bin, kann ich dann das Schloß keſuchen?« »Das wollte ich meinen.«
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